Die wichtigsten BDSM-Regeln ▷ für Anfänger und Fortgeschrittene

Letztes Update: 15. Februar 2021

Für manche ist es ihr Lebensinhalt, andere wollen nicht einmal daran denken: Die Rede ist von BDSM. In einer Gesellschaft, die mit Sexualität offen umgehen kann, ist das Spiel mit Schmerz und Demut endlich salonfähig geworden. Was ihr bei den ersten Versuchen in Form von BDSM-Regeln beachten solltet, haben wir in diesem kleinen Guide zusammengestellt.

BDSM Regeln
Die wichtigste BDSM Regel: Alles in Absprache und bei vollem Bewusstsein

Das Vorgespräch: Was geht und was geht nicht?

Keiner kann Gedanken lesen, und niemand kann genau wissen, was der Partner will oder was nicht. Deshalb ist Kommunikation der Schlüssel des BDSM. Noch vor den ersten Versuchen sollte das Wichtigste geklärt werden: Welche Regeln gelten, welche Grenzen gibt es? Besteht die Beziehung durchgängig oder nur für “Sessions”? Werden die Rollen fest eingehalten oder gewechselt?

Beide Beteiligten sollten sich darüber im Klaren sein, dass es sich bei jeder Praktik zuerst um ein Ausprobieren handelt. Sowohl Dom als auch Sub dürfen sagen, wenn ihnen etwas nicht so gut gefällt. Das ist kein Drama, sondern ein Teil des Risikos, das man eingeht, wenn man etwas Neues versucht. Keiner sollte sich zu etwas zwingen müssen, nur weil es dem Partner gefällt – nicht im BDSM, aber auch nirgendwo sonst.

Es sollte auch besprochen werden, was vielleicht verletzend sein kann. Vielen Subs gefällt die Demütigung und in diesem Zusammenhang auch ein wenig Beleidigung. Doch jeder hat wunde Punkte, die die Lust schnell zunichte machen können. Diese Wunden sollte der Dom kennen, um nicht aus Versehen Salz hineinzustreuen.

In diesem Video erfährst du mehr Infos zu den BDSM Absprachen und Safewords:

Die goldene Regel im BDSM: S-S-C

Wer sich schon ein wenig mit BDSM auseinandergesetzt hat, kennt vielleicht schon den Term “SSC“. Das steht für “Safe, sane and consensual” und lässt sich frei mit “Sicher, bei klarem Verstand und in gegenseitigem Einvernehmen” übersetzen. Hier geht es um den Schutz vor Verletzung und das Einhalten von Grenzen, aber auch um die Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit. Wer zum Beispiel getrunken hat, gilt nicht mehr als “sane” und sollte die Session daher auf morgen verschieben.

Von ähnlicher Bedeutung ist das Safeword, das der Sub sagen kann, wenn ihm etwas zu viel wird und er möchte, dass das Geschehen sofort beendet wird. Der Dom muss dann auf der Stelle reagieren. Es sollte sich um ein Wort handeln, das mit der Session eher wenig zu tun hat. “Nein” oder “Stop” sind schlecht geeignet, denn sie werden oft ausgesprochen, ohne ernst gemeint zu sein. Besser eignen sich zum Beispiel eine Farbe oder ein Alltagsgegenstand.

Sicherheit beim Spielen: Die eigene Gesundheit schützen

BDSM-Anfänger müssen nicht sofort auf Spreizstange und Nippelklemme zurückgreifen. Zu Beginn sind auch Alltagsgegenstände gut geeignet, zum Beispiel eine Krawatte als Fessel. Aber auch hier gibt es einiges zu beachten. So können zum Beispiel Haushaltskerzen schwere Verbrennungen beim Spiel mit dem Wachs hervorrufen und Wäscheklammern die Brustwarzen nachhaltig schädigen.

Wer seinen Partner an den Händen fesselt, sollte das niemals hinter dem Körper tun: Wenn der Sub dann stürzt, kann er sich nicht mit den Handflächen abfangen und verletzt sich womöglich. Die Fesseln dürfen außerdem keine Körperteile abschnüren oder zu scharf in die Haut schneiden. Auf Nummer Sicher geht, wer immer eine Schere oder den Schlüssel der Handschellen parat hat, falls es zu einer Panikattacke oder einer Verletzung kommt.

Verletzungen vermeiden und behandeln

Auch das Schlagen sieht einfacher aus, als es vielleicht ist: Laien sollten Kopf, Hals, Nacken und die Magengegend lieber in Ruhe lassen. Regionen wie der Hintern, der obere Rücken und die Schenkel sind hingegen gut geeignet. Leichte Schläge zu Beginn fördern dabei die Durchblutung und wärmen die Haut für das Folgende auf.

Für alle BDSM-Praktiken gilt: Es darf nur so weit gegangen werden, wie die Beteiligten es aushalten können. Längerfristige Zeichnungen wie zum Beispiel Narben sollten tunlichst vermieden werden, nach der Session muss die Haut sorgfältig gepflegt werden. Manchmal reicht schon eine Wundsalbe auf der geschlagenen Haut, damit es am nächsten Morgen nicht so schmerzt.

Gibt es einen Notfall, ist das Krankenhaus der wichtigste Ansprechpartner. Dabei muss sich niemand schämen: Der Arzt untersteht einer Schweigepflicht und es lässt sich davon ausgehen, dass er schon Seltsameres gesehen hat. Viel wichtiger sind jetzt eine effektive Behandlung und etwas Zuspruch von Seiten des Doms – denn auch das gehört dazu.

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